Remondis plant offenbar Übernahme des Bundeskartellamts

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Noch liegen die Vorstellungen über den Kaufpreis weit auseinander. Deutschlands größter Entsorgungskonzern plant offenbar die Übernahme des Bundeskartellamts. Die Kaufpreisvorstellungen der Bundesrepublik Deutschland GmbH liegen derzeit allerdings noch deutlich über den vorliegenden Geboten der Lünener. Wesentlichen Einfluss auf die Kompromissbereitschaft wird allerdings die weitere Entwicklung der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und der SPD haben: Experten rechnen damit, dass die teuren gegenseitigen Zugeständnisse in den Verhandlungen später mit allen Mitteln schnellstmöglich finanziert werden müssen. „Da könnten die von Remondis gebotenen 2,7 Mio. Euro einigen Herrschaften gerade im richtigen Augenblick angeboten worden sein“, lächelt Friedwart Solms, Geschäftsführer des Entsorgers. „Wir hatten bereits in der Vergangenheit eine sehr enge und regelmäßige Geschäftsbeziehung zum Bundeskartellamt. Daher ist zur Vertiefung der Zusammenarbeit die logische Konsequenz eine weitere Übern- äh - strategische Allianz.“ 

Während die gesamte Entsorgungsbranche die Übernahme des Bundeskartellamts durch den Marktführer eher kritisch sieht, versucht man seitens der bisherigen Behörde die Wogen zu glätten. Ein hochrangiger Mitarbeiter, der aus kartellrechtlichen Gründen nicht genannt werden möchte, äußerte sich gegenüber unserer Zeitung wie folgt: „Nein, Bedenken braucht niemand zu haben, dass Remondis zukünftig mehr Einfluss auf unsere Entscheidungen gewinnen könnte. Im Gegenteil: Geplant ist, die Aufgreifschwellen der Fusionskontrolle unter der neuen Führung deutlich nach oben zu korrigieren - damit hätten wir in Zukunft sogar noch seltener mit Friedwarts Mitarbeitern zu tun als bisher!“

So richtig überzeugt zeigt sich davon unter Branchenkennern jedoch niemand. Doch offiziell will sich niemand dazu uns gegenüber äußern. Ein Entsorger erklärt hinter vorgehaltener Hand: „Wissen Sie, das ist ein bißchen verrückt, sich hier zu positionieren. Wer weiß, ob ich nicht nächste Woche schon bei meinen neuen Vorgesetzten dazu Rechenschaft ablegen muss?“ Erich Hirschbock vom Entsorgerverband BDeVsebs sieht allerdings die Vorteile einer solchen vertikalen Integration auf der Hand liegen: „Was haben wir in der Vergangenheit als Verband an Mitarbeiterscharen beschäftigen müssen, um unsere zahlreichen Mitglieder zu betreuen, unterschiedlichste Geschäftsmodelle bei uns zu integrieren und nicht zuletzt Stellung zu beziehen gegen Konzentrationstendenzen im deutschen Recyclingmarkt. Das alles können wir uns zukünftig sparen oder zumindest auf ein Minimum zurückfahren, wenn wir nur noch drei Verbandsmitglieder vertreten müssen.“ Remondis hat bereits angekündigt, am Standort Prignitz eine Auffanggesellschaft zu gründen. Für ehemalige Verbandsmitarbeiter und Mitarbeiter von Ausschreibungsbüros werden dort Umschulungskurse zum begehrten Berufskraftfahrer angeboten.

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